Regionalwährung – Geldwert, Zinsen und Vertrauen

Regionalwährung und “richtiges Geld”. Wie passt das zusammen.

Die Erfindung Geld.
Bei aller berechtigter Kritik an der Finanzindustrie und am Kapitalmarkt. Geld an sich ist eine der genialsten Erfindungen der Menschheit. Denn mit der Erfindung des Geldes, wurde gleichsam ein universeller Energiespeicher geschaffen.
Waren, Dienstleistungen und Arbeit wird in Geld verwandelt und kann jederzeit an jedem Ort wieder in Waren und Leistungen zurückgewandelt werden. Dieser Vorgang ist uns in Fleisch und Blut übergegangen.

"Kaurigeld" war ein recht gebräuchliches Zahlungsmittel. Es zirkulierte in Afrika, Indien, Afghanistan, Südostasien, China und in Melanesien. (Wikipedia)

Voraussetzung für diese Selbstverständlichkeit ist Vertrauen.
Vertrauen darauf, dass Schneckenhäuser, bunte Papierschnipsel oder gedruckte Zahlen auf einen Kontoauszug, wieder in z.B. Lebensmittel, Kleidung aber auch Dienstleistung zurück gewandelt werden können. An dieser Stelle lohnt es sich einmal, über den Begriff “preiswert” und seiner tieferen Bedeutung nachzudenken.
Woher kommt das Vertrauen in Geld.
Aber woher komm nun das Vertrauen in die bunten Papierschnipsel. Früher als noch mit Gold- oder Silbermünzen bezahlt wurde war es scheinbar einfach. Der Wert des Geldes war gleich dem Wert des Edelmetalls. Da war aber Beschiss vorprogrammiert. Beschiss in Form von minderwertigen Metallen, die dem Gold beigemischt wurden oder indem man einfach etwas Metall wegfeilte. Die Menschen mussten erkennen lernen, welche Münzen wirklich wertvoll waren und welche nicht.

"Klipper und Wipper". Das „Wippen“ der Waagbalken und dem Aussortieren („Kippen“) der besseren Münzen, welche dann dem Geldumlauf entzogen wurden. (Wikipedia)

Die daraus resultierende Frage, wie denn der Geldwert zu bestimmen ist, beschäftigt die die Menschheit schon mindestens so lange wie es so etwas wie Geld gibt. Und so richtig ist man noch zu keinem Ergebnis gekommen. Aber neben der Frage des Geldwertes und der Sinn der Regionalwährung, steht noch die Frage im Raum, wo kommt denn Geld eigentlich her.
Geldschöpfung.
Es ist wahrscheinlich nicht zu hoch gegriffen, wenn man behauptet, dass über 90% des Geldes weltweit durch Schulden “geschöpft” werden. Wenn Geld entsteht, spricht man tatsächlich von Geldschöpfung und Schuldgeld. Denn erst wenn jemand Schulden macht, druckt eine Notenbank Geld.
Und wir machen permanent Schulden. Und weil wir immer mehr Schulden machen, kommt auch immer mehr Geld in den Umlauf. Die Banken werden das Geld wiederum verleihen und Zinsen verlangen. Es kommen Zinsen auf Zinsen. Das Zinseszins-System.
Mit dem Zinsszins kommt Sprengstoff in das Geldsystem.

Guthaben und Schulden. Die Schere wirdimmer größer.

Das Fatale daran, durch den Zinseszins-Effekt hat man es mit einem exponentiellen Wachstum zu tun. Wohl dem der genügend Kapital für Spekulationen hat, denn der ist Gewinner des Systems. Nicht umsonst ist der Anteil der Schulden und der Vermögen nahezu Gegengleich. Auch wer sich glücklich schätzen kann und keine persönlichen Schulden hat, jeder trägt an der Zinslast mit.
Durch die Staatsverschuldung und die Miete, die dazu beiträgt, dass die Hausbesitzer ihre Hypotheken abzahlen können. Bei jedem Produkt das wir kaufen ist ein nicht gerade kleiner Teil eine Zinslast der Unternehmenskredite. Jeder hägt irgendwie an dieser “Zins-Blutspende” dran.
Über die in allen Preisen und Steuern versteckten Zinsen beträgt diese Umverteilung von Arm zu Reich in Deutschland etwa 600 Millionen Euro pro Tag ! (Aus Margit Kennedy – Occupy Money).
Übrigens galt im Mittelalter bis ins 14. Jahrhundert ein Zinsverbot. Nicht zuletzt, weil der fatale Verschuldungseffekt schon damals bekannt war.
Geldwert, Zinsen und Vertrauen spielen eine maßgebliche Rolle.
Sowohl bei “richtigen” Währungen als auch bei der Regionalwährung.
Und hier setzt der Amper-Taler an. Der Amper-Taler ist ein Versprechen, dass das Geld den regionalen Wirtschaftskreislauf fördert, also die Wertschöpfung in der Region bleibt.
Der Wert der Regionalwährung.
Für die regionale Wirtschaft ist es gut, wenn das Geld vor Ort ausgegeben wird und oft umläuft anstatt gehortet zu werden oder überregional abzufließen. Und Geld wird dann eher ausgegeben, wenn die Gefahr besteht, dass es weniger wert wird. Zu Zeiten der Goldmünzen, hat jeder eine offensichtlich zu leichte Münze möglichst schnell wieder loswerden wollen. Darum hat der Amper-Taler ein Verfallsdatum und die Scheine sind nur für ein Jahr gültig. Zum Jahreswechsel kommen neue Scheine in den Umlauf und die Alten verlieren Ihren Wert. D.h. der Kunde gibt seine Scheine aus und hortet sie nicht.
Die “Negativ-Zinsen”.
Der Amper-Taler hat ein Negativzins-System. Damit das Geld nicht auf dem Konto bleibt, sondern wieder in den Umlauf kommt, verliert das Guthaben kontinuierlich an Wert. Es werden Negativzinsen erhoben und Spekulationen auf Guthaben machen keinen Sinn mehr.
Das Vertrauen in die Kraft der Region.
Der Amper-Taler gilt nur in der Region. D.h. es entsteht ein partnerschaftliches Vertrauensverhältnis zwischen Kunden und Geschäftsleuten. Stichwort, Kooperation statt Konkurrenz.
Der Amper-Taler hat einen sozial-aktiven Vorteil.

Die 3% Förderung für Vereine und Initiativen

Bei jeder Bezahlung mit der eAmper-Taler RegioCard werden 3% vom Umsatz einem Verein oder Initiative gutgeschrieben, den ich als Kunde direkt unterstützen möchte. Als Kunde werde ich zum Förderkunden. Die Vereine müssen allerdings das Guthaben wieder in Amper-Taler ausgeben. Auch das bedeutet Vertrauen in die lokale Wirtschaft.
Apropos Vertrauen, der Amper-Taler Regio e.V. arbeitet ehrenamtlich und transparent. Es ist jederzeit möglich zu sehen, wie das Regiogeld-System funktioniert. Darum sagen wir auch, mit dem Amper-Taler kann man mehr vermögen…durch Kooperation statt Konkurrenz.